Die Pen­na­len – 70 Jah­re Schü­ler­zei­tung in Fürth

In Würde gealtert: »Die Pennalen« (Foto: Hans Anderer)

In Wür­de ge­al­tert: »Die Pen­na­len«

Fe­ri­en­ar­beit: An­no 1955 er­hiel­ten die Schü­ler der Gym­na­si­en ei­nen durch­schnitt­li­chen Stun­den­lohn von 1,22 DM. Wäh­rend von den be­frag­ten Mäd­chen kei­nes über 1,00 DM in der Stun­de ver­dien­te (!), be­kam bei den Jun­gen z. B. ein 19-jäh­ri­ger Gym­na­si­ast für ei­ne Spe­zi­al­ar­beit (Mess­tech­nik) in ei­ner Ra­dio­fa­brik DM 1,90, und ein Kon­tra­bas­sist brach­te es in ei­nem Bar-Trio so­gar auf DM 5,00 Stun­den­lohn.

Aus­führ­lich wird 1955 in der Ok­to­ber­aus­ga­be von »Die Pen­na­len« (Jahr­gang 3 Nr. 1) über die Si­tua­ti­on für Schü­ler auf dem Fe­ri­en­ar­beits­markt be­rich­tet. Und be­reits in den 1950er Jah­ren wur­de die schlech­te­re Be­zah­lung von Mäd­chen the­ma­ti­siert!

»Die Pen­na­len« wur­den 1953 ge­grün­det, die er­ste Aus­ga­be er­schien 1954. Im Für­thWi­ki sind al­le uns bis­her zu­gäng­li­chen Aus­ga­ben der le­gen­dä­ren Für­ther Schü­ler­zei­tung in di­gi­ta­li­sier­ter (und durch­such­ba­rer!) Form zu fin­den. Zu un­se­rem Be­dau­ern feh­len uns noch die er­sten Aus­ga­ben aus dem Jahr 1954 und wir ha­ben gro­ße Lücken in der Zeit von 1980 bis 1989. Soll­te ei­ne Le­se­rin oder ein Le­ser die­ses Blogs noch Ex­em­pla­re aus die­ser Zeit her­um­lie­gen ha­ben, wür­den wir uns sehr dar­über freu­en, wenn uns die­se zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den wür­den (ger­ne auch leih­wei­se, An­ge­bo­te bit­te an kontakt@fuerthwiki.de).

Die The­men, die in den »Pen­na­len« be­han­delt wur­den, sind breit ge­fä­chert: Die Be­rich­te und Ar­ti­kel in je­der Aus­ga­be sind re­prä­sen­ta­tiv für je­ne Be­rei­che des Le­bens, wel­che für Schü­ler und Schü­le­rin­nen in der je­wei­li­gen Zeit von Be­deu­tung wa­ren. Und so ha­ben die ju­gend­li­chen Au­torin­nen und Au­toren auch zur po­li­ti­schen und so­zia­len Ent­wick­lung in Deutsch­land und der Welt über den Zeit­raum von 1954 bis 1991 Stel­lung ge­nom­men. Nach­dem »Die Pen­na­len« mei­stens ko­sten­los ver­teilt wur­den, muss­ten sie über Wer­bung fi­nan­ziert wer­den. Da­mit do­ku­men­tiert die Schü­ler­zei­tung auch ein »Who-Is-Who« der (un­ter­ge­gan­ge­nen) Für­ther Ge­schäfts­welt.

Das Für­thWi­ki-Team wünscht viel Spaß beim Stö­bern in den di­gi­ta­li­sier­ten Aus­ga­ben der Pen­na­len. Die Le­ser und Le­se­rin­nen er­war­tet ei­ne in­ter­es­san­te Lek­tü­re und auch das ei­ne oder an­de­re »Aha-Er­leb­nis«!

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Ein Kommentar zu »Die Pen­na­len – 70 Jah­re Schü­ler­zei­tung in Fürth«:

  1. Johann Gau meint:

    Von we­gen schlech­ter Be­zah­lung!

    Bei glei­cher Ar­beit wie ein Ge­sel­le, be­kam ich An­no 1961, als 14-jäh­ri­ger Lehr­ling, ei­nen Wo­chen­lohn von DM 12,50. Im 2. Lehr­jahr DM 15,00 und der Chef end­lich sei­nen Mer­ce­des.

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