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Kollektive Fleißarbeit: Sichten eines fotografischen Nachlasses (Foto: Ralph Stenzel)

Kol­lek­ti­ve Fleiß­ar­beit: Sich­ten ei­nes fo­to­gra­fi­schen Nach­las­ses

Un­se­ren re­prä­sen­ta­ti­ven Für­thWi­ki-La­den ha­ben wir jetzt über ein Jahr lang pan­de­mie­be­dingt nur »auf Spar­flam­me« be­trei­ben kön­nen. Aber auch wenn Ver­an­stal­tun­gen mit gro­ßem Pu­bli­kums­an­drang nach wie vor pro­ble­ma­tisch sind, so kön­nen wir un­se­ren gut durch­lüf­te­ten Com­mu­ni­ty Space doch in Klein­grup­pen durch­aus nut­zen. An­läs­se da­für gibt es zu­se­hends mehr, denn un­se­re sicht­ba­re Prä­senz im Stadt­bild führt wie er­hofft und er­war­tet zu im­mer häu­fi­ge­ren An­fra­gen und pro­duk­ti­ven Kon­tak­ten...

Am gest­ri­gen Mitt­woch ga­ben sich die Nutzer*innen un­se­res Haupt­quar­tie­res so­zu­sa­gen die Klin­ke in die Hand: Als er­stes öff­ne­ten wir un­se­ren La­den und un­se­re Hand­bi­blio­thek am frü­hen Nach­mit­tag für for­schen­de Stu­die­ren­de. In­zwi­schen ist un­ser Buch­be­stand um­fas­send ge­nug, um für stadt­ge­schicht­lich In­ter­es­sier­te zu­min­dest in man­chen The­men­be­rei­chen ei­ne gut er­reich­ba­re Al­ter­na­ti­ve zum Stadt­ar­chiv dar­zu­stel­len. Selbst­ver­ständ­lich ver­su­chen wir, die Bi­blio­theks­nut­zen­den auch für un­se­rer en­zy­klo­pä­di­sches Pro­jekt zu be­gei­stern und zum ak­ti­ven Mit­ma­chen zu ani­mie­ren.

Am spä­te­ren Nach­mit­tag fan­den sich die Ak­ti­ven un­se­rer neu­en Ar­beits­grup­pe »Stra­ßen­na­men-Hi­sto­rie« ein, um ge­mein­sam Ar­ti­kel zu Stra­ßen zu edi­tie­ren, die nach Per­so­nen be­nannt sind. Zweck der Übung war die Über­nah­me der vor­han­de­nen In­for­ma­tio­nen (Na­me, An­lass, Zeit­punkt der Be­nen­nung usw.) aus den of­fi­zi­el­len Do­ku­men­ten in die je­wei­li­gen Ar­ti­kel. Da­mit wird für die Nutzer*innen des Für­thWi­kis ein ech­ter Mehr­wert ge­ne­riert, denn vie­le der Namenspatron*innen sind halt doch nicht so pro­mi­nent ge­we­sen, daß sie im kol­lek­ti­ven Ge­dächt­nis so pro­mi­nent ver­an­kert wä­ren wie (im­mer noch) ein Goe­the, Schil­ler oder Les­sing...

Reste eines Fotografenlebens: Dutzende von prallvollen Alben müssen noch bearbeitet werden (Foto: Ralph Stenzel)

Re­ste ei­nes Fo­to­gra­fen­le­bens: Dut­zen­de von prall­vol­len Al­ben müs­sen noch be­ar­bei­tet wer­den

Abends wur­de un­ser La­den dann zum Schau­platz ei­ner bis­lang bei­spiel­lo­sen Hau­ruck-Ak­ti­on: Der uns kurz­fri­stig an­ge­bo­te­ne Nach­lass ei­nes em­si­gen Hob­by-Fo­to­gra­fen wur­de spon­tan an­ge­nom­men, ab­ge­holt und an­ge­lie­fert: Zwei PKW-La­dun­gen vol­ler Al­ben und Dia­kä­sten wur­den her­ein­ge­tra­gen, pro­vi­so­risch ge­sta­pelt und bis kurz vor Mit­ter­nacht ei­ner er­sten Sich­tung un­ter­zo­gen. In den akri­bisch be­schrif­te­ten Al­ben fin­den sich vie­le Fo­tos von pri­va­ten Fa­mi­li­en­fei­ern und an­de­ren An­läs­sen, die für un­se­re Mis­si­on nicht re­le­vant sind. Es sind aber auch Un­men­gen von Für­ther Mo­ti­ven vor­han­den, die in­zwi­schen als zeit­hi­sto­ri­sche Do­ku­men­te gel­ten kön­nen. Die Aus­wer­tung die­ses Schat­zes wird noch vie­le »Spät­schich­ten« er­for­dern, aber für ge­nau sol­che Ge­mein­schafts-Ak­tio­nen ist un­ser mul­ti­funk­tio­na­les »Ver­eins­heim« ja auch ge­dacht!

Ob Ver­eins­bi­blio­thek, kol­lek­ti­ves Edi­tie­ren oder ge­mein­sa­me Nach­lass-Auf­ar­bei­tung: All das wä­re oh­ne ei­nen ei­ge­nen »Stütz­punkt« gar nicht zu lei­sten! We­der in Pri­vat­woh­nun­gen noch in Hin­ter­zim­mern von Lo­ka­len könn­ten wir uns der­ar­tig aus­brei­ten und ent­fal­ten. Was uns jetzt frei­lich im­mer noch fehlt, sind wei­te­re hel­fen­de Hän­de und Hir­ne, die sich ak­tiv bei uns ein­brin­gen wol­len und kön­nen...

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